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Spräche Worte

Sprachphilosophie

Die Sprachphilosophie ist ein Bereich der Philosophie, der sich mit der Natur, dem Ursprung und der Verwendung von Sprache beschäftigt. Sie stellt grundlegende Fragen darüber, wie Sprache funktioniert und wie sie unsere Wahrnehmung der Welt beeinflusst. Der Schwerpunkt liegt darauf, die Beziehung zwischen Sprache, Gedanken und Realität zu verstehen.

Die Sprachphilosophie hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Philosophen wie Platon und Aristoteles haben die Rolle der Sprache in der Erkenntnistheorie untersucht. Im 20. Jahrhundert erfuhr die Sprachphilosophie mit Denkern wie Ludwig Wittgenstein und Ferdinand de Saussure einen bedeutenden Aufschwung. Ihre Arbeiten legten den Grundstein für viele moderne Diskussionen und Theorie.

Zentrale Fragen der Sprachphilosophie beinhalten: Wie können Wörter und Sätze Bedeutung tragen? Welche Rolle spielt die Sprache in der menschlichen Erfahrung und im Denken? Was sind die Unterschiede zwischen natürlichen und formalen Sprachen? Diese Fragen führen zu Diskussionen über Semantik, Syntax, Pragmatik und die sozialen Aspekte der Sprache.

Die Sprachphilosophie ist nicht nur von theoretischem Interesse, sondern hat auch praktische Anwendungen. Sie beeinflusst Bereiche wie Linguistik, Kognitionswissenschaften, Informatik, und sogar Recht und Politik. Das Verstehen der zugrunde liegenden Prinzipien der Sprache kann dazu beitragen, bessere Kommunikationssysteme zu entwickeln und Missverständnisse zu vermeiden.

Die Sprachphilosophie bietet tiefgehende Einblicke in die Funktionsweise der menschlichen Kommunikation und die Struktur unserer Gedanken. Obwohl es ein komplexes und oft abstraktes Feld ist, bleiben die Fragen, die sie aufwirft, von entscheidender Bedeutung für unser Verständnis der Welt und unserer Interaktionen innerhalb dieser.

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Idealphilosophie

Die Idealphilosophie ist eine philosophische Disziplin, die sich mit der Untersuchung des Ideellen befasst. Diese Strömung betrachtet Ideen und ideelle Entitäten als zentrale Bestandteile der Realität. Idealphilosophen gehen davon aus, dass das, was wir als materielle Welt wahrnehmen, letztlich auf ideellen Strukturen beruht.

Historisch gesehen finden sich die Ursprünge der Idealphilosophie in den antiken Lehren von Philosophen wie Platon. Platon betonte die Existenz einer Welt der Ideen, die über der sinnlich erfahrbaren Welt steht. Während der Aufklärung und in der deutschen Idealismusbewegung des 18. und 19. Jahrhunderts, insbesondere bei Denker wie Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel, erlebte die Idealphilosophie eine Renaissance.

Ein Kernkonzept in der Idealphilosophie ist die Unterscheidung zwischen Phänomenen (den Erscheinungen) und Noumena (den Dingen an sich). Immanuel Kant führte diese Begriffe ein und argumentierte, dass unsere Wahrnehmung der Welt durch die Strukturen unserer Geisteshaltungen geprägt ist. Georg Hegel erweiterte diese Konzepte, indem er die Dialektik als ein Mittel zur Erfassung der Entwicklung des Geistes und der Geschichte einführte.

Die Idealphilosophie hat wesentlichen Einfluss auf zahlreiche Bereiche der Philosophie, darunter Metaphysik, Erkenntnistheorie und Ethik. Sie bietet tiefgehende Einsichten in die Natur der Realität, des Bewusstseins und der Bedeutung von Ideen. Moderne Philosophien und wissenschaftliche Theorien greifen oft auf idealistische Konzepte zurück, um komplexe Phänomene zu erklären und zu verstehen.

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Zeitphilosophie

Die Philosophie der Zeit beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen über die Natur der Zeit, ihre Struktur und ihre Besonderheiten. Diese Disziplin untersucht sowohl metaphysische als auch epistemologische Aspekte und ist ein zentraler Bestandteil der philosophischen Tradition.

Eine der Hauptfragen in der Philosophie der Zeit ist, ob Zeit eine objektive Realität ist oder lediglich ein Konstrukt unseres Geistes. Philosophen wie Immanuel Kant argumentierten, dass Zeit eine Form der Anschauung ist, die unsere Wahrnehmung strukturiert. Andere Ansätze, wie die absolutistische Sichtweise von Isaac Newton, sehen Zeit als eine unabhängige Entität, die unabhängig von menschlicher Wahrnehmung existiert.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Frage nach der Struktur der Zeit. Was bedeutet es, dass die Zeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unterteilt ist? Einige Philosophen vertreten die Ansicht, dass nur die Gegenwart real ist – eine Sichtweise, die als Presentismus bekannt ist. Andere, wie die Vertreter des Eternalismus, glauben, dass alle Zeitpunkte gleichermaßen real sind und die Unterscheidung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur subjektiv ist.

Die Philosophie der Zeit bietet einen tiefen Einblick in Fragen, die das Wesen unserer Existenz betreffen. Durch das Studium dieser Disziplin können wir ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie wir die Welt wahrnehmen und welche Rolle die Zeit in unserem Leben spielt. Obwohl viele Fragen noch unbeantwortet bleiben, eröffnet die Auseinandersetzung mit der Zeitphilosophie spannende Perspektiven und Denkanstöße.

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Existenzphilosophie

Die Existenzphilosophie ist eine bedeutende Strömung der Philosophie, die sich intensiv mit Fragen des menschlichen Daseins und der individuellen Freiheit beschäftigt. Sie entstand im 19. und 20. Jahrhundert und stellt das Individuum und dessen subjektive Erfahrungen in den Mittelpunkt des Denkens.

Zu den einflussreichsten Philosophen der Existenzphilosophie zählen Søren Kierkegaard, Friedrich Nietzsche, Jean-Paul Sartre und Martin Heidegger. Jeder dieser Denker trug auf eigene Weise zur Entwicklung der Existenzphilosophie bei. Kierkegaard legte den Grundstein für die existenzielle Auseinandersetzung mit dem Glauben, während Nietzsche den Übermenschen und die Bedeutung des Willens zur Macht betonte. Sartre und Heidegger fokussierten sich auf die Freiheit und Authentizität des Einzelnen innerhalb der Welt.

Ein essenzielles Thema der Existenzphilosophie ist die Frage nach dem Sinn des Lebens in einer oft absurden und sinnlosen Welt. Existenzphilosophen argumentieren, dass der Mensch selbst die Verantwortung trägt, seinem Leben Bedeutung zu verleihen. Freiheit und Verantwortung sind daher zentrale Konzepte. Die Existenzphilosophie untersucht auch das Gefühl der Angst und der Verzweiflung als fundamentale Erfahrungen des menschlichen Seins, die zur Selbstreflexion und Erkenntnis führen können.

Die Ideen der Existenzphilosophie haben nicht nur die Philosophie selbst, sondern auch Literatur, Psychologie und viele andere Bereiche der Geisteswissenschaften stark beeinflusst. Schriftsteller wie Albert Camus und Franz Kafka haben existenzialistische Themen in ihren Werken aufgegriffen und weiterentwickelt, wodurch die existenzielle Krise und der Kampf um Authentizität in der modernen Kultur einen festen Platz gefunden haben.

Sein

Das Konzept des Seins ist eine der grundlegendsten und zugleich am schwersten zu definierenden Ideen der Philosophie. Sein bezieht sich auf die Existenz und die Natur von allem, was ist. In der Philosophie stellt sich die Frage nach dem Sein als die Frage nach der grundlegendsten Natur der Realität: Was bedeutet es, dass etwas existiert, und welche Eigenschaften muss etwas haben, um als seiend betrachtet zu werden? Diese Fragen bilden das Herz der Metaphysik, dem Zweig der Philosophie, der sich mit den grundlegenden Prinzipien und Strukturen der Wirklichkeit beschäftigt.

Die Frage nach dem Sein wurde von den vorsokratischen Philosophen der Antike, wie Parmenides und Heraklit, intensiv diskutiert. Parmenides argumentierte, dass das Sein das einzige ist, was wirklich existiert, und dass alle Veränderungen und Unterschiede, die wir in der Welt wahrnehmen, Illusionen sind. Für ihn war das Sein ein ewiges, unveränderliches Ganzes. Heraklit hingegen betonte den ständigen Wandel und die Vergänglichkeit der Welt, bekannt durch sein berühmtes Zitat „Alles fließt“ (Panta Rhei). Für Heraklit war das Sein dynamisch und in ständigem Wandel begriffen, was zu einer ganz anderen Auffassung von Realität führte.

In der mittelalterlichen Philosophie beschäftigten sich Denker wie Thomas von Aquin mit dem Sein im Kontext der Theologie. Für Aquin war Gott das notwendige Sein, die Quelle und der Grund für die Existenz aller anderen Dinge. Diese Auffassung verband metaphysische Überlegungen über das Sein mit theologischen Konzepten und führte zu einer Synthese, die lange Zeit die westliche Philosophie prägte. Die Frage nach dem Sein wurde hier nicht nur als ontologische, sondern auch als theologische Herausforderung betrachtet.

In der modernen Philosophie hat sich die Betrachtung des Seins weiterentwickelt. Martin Heidegger, ein bedeutender Philosoph des 20. Jahrhunderts, widmete dem Sein eine umfassende Analyse in seinem Werk „Sein und Zeit“. Heidegger untersuchte die Frage, was es heißt zu sein, insbesondere in Bezug auf das menschliche Dasein, das er als „Dasein“ bezeichnete. Für Heidegger ist das Sein nicht einfach eine Eigenschaft von Dingen, sondern ein grundlegendes Merkmal des menschlichen Verstehens und Erlebens der Welt. Sein Ansatz betont die Bedeutung der Zeitlichkeit und der individuellen Existenz, wodurch er das Sein in einem dynamischen, existenziellen Kontext betrachtet.

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Philosophie

Philosophie ist eine Disziplin, die sich mit grundlegenden Fragen des menschlichen Daseins, der Erkenntnis und der Wirklichkeit auseinandersetzt. Der Begriff selbst stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Liebe zur Weisheit“. Philosophie versucht, Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu finden, wie etwa die Natur der Realität, die Grundlagen der Moral oder die Bedingungen für Wissen und Wahrheit. Im Gegensatz zu empirischen Wissenschaften, die sich auf Beobachtungen und Experimente stützen, sucht die Philosophie oft nach Antworten durch logisches Argumentieren und kritische Analyse.

Ein wesentlicher Bereich der Philosophie ist die Metaphysik, die sich mit Fragen der Existenz und der Wirklichkeit befasst. Metaphysiker untersuchen, was es bedeutet, zu existieren, und welche Art von Dingen tatsächlich existieren. Sie fragen nach der Natur von Raum und Zeit, der Möglichkeit von freien Willen, und der Beziehung zwischen Geist und Körper. Diese Fragen sind oft abstrakt und erfordern ein tiefes Nachdenken über die grundlegenden Strukturen der Welt und unseres Verständnisses davon.

Ein weiterer wichtiger Zweig der Philosophie ist die Epistemologie, die Lehre vom Wissen. Hier geht es darum, die Natur und den Umfang des Wissens zu erforschen. Epistemologen stellen Fragen wie: Was können wir wissen? Wie rechtfertigen wir unseren Glauben an bestimmte Dinge? Was unterscheidet Wissen von bloßem Glauben oder Meinung? Diese Untersuchungen helfen uns zu verstehen, wie wir die Welt wahrnehmen und welche Grenzen unserem Wissen gesetzt sind.

Ethik, ein weiterer zentraler Bereich der Philosophie, beschäftigt sich mit Fragen des richtigen Handelns und der Moral. Ethiker untersuchen, was gut und böse, richtig und falsch ist, und welche Prinzipien unser Handeln leiten sollten. Sie fragen, welche Verantwortung wir gegenüber anderen haben und wie wir ein gutes Leben führen können. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Fragen trägt die Philosophie dazu bei, moralische Werte und Normen zu reflektieren und zu hinterfragen, was besonders in komplexen und sich schnell verändernden Gesellschaften wichtig ist.

Worte

Worte


Der edle Mensch vermeidet es, dass seine Worte stärker sind als seine Taten.
– Konfuzius –


Ich geh dahin und lass die Welt zurück im Streit,
und hatt von hundert Perlen doch kaum eine aufgereiht.
Unausgesprochen blieb so manches tiefe Wort,
weil´s doch niemals verstanden hätte, meine Zeit.
– Omar Chayyam –


Wörter und Sätze sind lediglich Gefäße zur Übermittlung des Weges. Weit davon entfernt, die Absicht der Alten zu erkennen, suchen die Leute nur in ihren Worten;
Was können sie dadurch schon begreifen? Hast du nicht gelesen, was ein Alter sagte:“ Ursprünglich ist der Weg wortlos; mit Worten veranschaulichen wir den Weg. Sobald du den Weg siehst, sind die Worte sofort vergessen.“
Um dahin zu gelangen, musst du zuerst zu deinem ursprünglichen Zustand zurückkehren…
– Niederschrift vom blaugrünen Fels –


Schneidest du den Pfad der Sprache ab, bist du jenseits von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
– Sengcan, Sosan, 526-606 –


Die meisten Gedanken erhalten erst durch längere Erwägung Kraft und Gewicht, und wie das Schwert in den Körper, so dringt das Wort eher in die Seele durch ständiges Nachdrücken als durch einen kurzen Stoß.
– Plinius, Epistulae –


Unsere Worte sollen nicht unterhaltsam, sondern nützlich sein.
– Seneca –


Große Bewunderung ruft nicht Worte hervor, sondern Schweigen.
– Gellius, Noctes Atticae –


Das Bild des Geistes spiegelt sich meist in den Worten.
– Ambrosius, De officiis –


Wo man in Feierlaune ist, vergeude deine Worte nicht! Stell dich nicht zur Unzeit als Weisen dar.
– Vulgata, Liber eccelsiasticus –


Oft findet dieselbe Sache Zustimmung oder Ablehnung, je nachdem, mit welchen Worten sie vorgetragen wird.
Cicero, Orator –


Kämpfe gegen Schwätzer nicht mit Worten: Die Sprache ist vielen gegeben, Vernunft nur wenigen.
– Disticha catonis –


Der Wert eines nicht gesprochenen Wortes ist unschätzbar.
– Publilius Syrus –


Mach deine Worte durch Taten glaubhaft.
– Seneca –


Dem Weisen sind wenige Worte genug.
– Wander –


Im Streit mit Wortreichen enthalte dich der Worte: Sprache ist allen gegeben, verständiges Urteil nur wenigen.
– Catonis disticha –


Die bittersten Worte, die Menschen einander sagen, wirken selten so entzweiend wie die unausgesprochenen, die der eine vom anderen vergeblich erwartet.
– Hans Carossa –


Das Wort verwundet leichter als es heilt.
– Johann Wolfgang von Goethe –


Je mehr und je tiefer ein Mensch denkt, desto sparsamer wird er in seinen Worten.
– Heinrich Pestalozzi –


 

Welt im Universum

Welt


Die „Welt verlassen“ bedeutet, dass du es den Gefühlen weltlich gesinnter Menschen nicht erlaubst, deinen Geist zu okkupieren.
– Dogen –


Als du auf die Welt kamst, weintest du, und im dich herum freuten sich alle. Lebe so, dass wenn du die Welt verlässt, alle weinen und du allein lächelst.
– chin. Spruch –


Wer „nicht in die Welt passt“, der ist immer nahe dran, sich selber zu finden.
– Hermann Hesse –


Die Made hält ihren Käse für die Welt.
– Daniel Sanders –


Erst das Auge schafft die Welt.
– Christian Morgenstern –


Wer viel von dieser Welt gesehen hat, der lächelt, legt die Hände auf den Bauch und schweigt.
– Kurt Tucholsky –


Keiner kehrt wieder vom Tode, keiner kommt in die Welt herein, ohne zu weinen. Niemand fragt doch wann du herein willst, niemand, wann du hinaus willst.
– Sören Kierkegaard –


Jemand, den nichts mehr an diese Welt bindet, wird nur durch den Wechsel der Jahreszeiten berührt.
– Yoshida Kenko –


 

Weiseheit Mönch

Weisheit / weise


Nur der höchste Mensch vermag es, in der Welt zu wandeln, ohne sich ablenken zu lassen, den Menschen sich anzupassen, ohne sein Selbst zu verlieren. Nur der Weise wandelt seinen Weg in eine dem allgemeinen Wahn entgegengesetzte Richtung.
– Dschuang Dse –


Darum sagen wir, dass dem Weisen nichts geschieht, was er nicht schon erwartet hat.
– Seneca –


Der Weise handelt nicht für sein Ich, er findet Ruhe in der Betrachtung. Das ist der Weg zur Erleuchtung.
– Dschuang Dse –


Je klarer das Wasser, desto weniger Fische.
Je klüger ein Mensch, desto weniger Weisheit.
– chin. Spruch –


Der Weise ist nicht gelehrt,
der Gelehrte ist nicht weise.
– Laotse –


Der Weise sucht, was in ihm selber ist,
der Tor, was außerhalb von ihm ist.
– Konfuzius –


Der Weise hat keine feste Meinung. Er ist wie Wasser. Er passt sich den Umständen an und folgt dem natürlichen Fluss des Lebens.
– Laotse –


Der Weise beherrscht seine Gefühle, der Tor dient ihnen.
– Publilius Syrus, Sententiae –


Der Weise genügt sich selbst.
– Seneca –


Es zeugt von Weisheit, alles, was einem Menschen zustoßen kann, im Voraus zu bedenken, auf dass es gelassen ertragen wird, wenn es eintritt.
– Cicero, Orationes Phillipicae –


Dem Weisen allein gelingt es, nichts gegen seinen Willen zu tun.
– Cicero, Paradoxa Stoicorum –


Wenn der Weise sich selbst überwindet, ist er unüberwindlich.
– Publilius Syrus –


Weisheit beruht nicht auf Bücherwissen.
– Seneca –


Das Herz des Weisen strebt nach Einsicht.
– Vulgata, Liber provebiorum –


Wenn du geschwiegen hättest, könntest du weiter als weise gelten.
– Wander, dt. Sprichwörter Lexikon –


Ein Vorzug der Weisheit ist, dass sie einen zu einem selbst zurückbringt.
– Publilius Syrus –


Das ist der höchste Zweck der Weisheit und zugleich ihr Kennzeichen, dass mit den Worten die Taten übereinstimmen, dass der Mensch immer in voller Übereinstimmung mit sich selbst lebt.
– Seneca –


Weisheit ist die Tochter der Erfahrung und der Erinnerung.
– Afranius bei Gellius, Noctes Atticae –


Verstand, nicht das Alter führt zur Weisheit.
– Publilius Syrus –


Der Weise kämpft gegen alle an, wenn er denkt.
– Publilius Syrus –


Im Bekenntnis der Unwissenheit liegt die höchste Weisheit.
– Minucius Felix, Octavius –


Einem Weisen kann kein elender Tod widerfahren.
– Cicero, In catilinam –


Die Weisheit weist uns alle Wege, die zu Ruhe und Seelenfrieden führen.
– Cicero, De finibus –


Das ganze Leben der Weisen ist eine Vorbereitung auf den Tod.
– Cicero, Tusculanae disputationes –


Der Weise wird denen, die sich verfehlen, nicht zürnen.
– Seneca, de ira –


Dem Weisen sind wenige Worte genug.
– Wander 5 –


Einem Weisen steht es nicht an zu sagen: Das hätte ich nicht gedacht.
– MA H. Walter –


Weisheit ist die Wissenschaft der göttlichen und menschlichen Dinge und das Wissen davon, was die Ursache jeder Erscheinung ist.
– Cicero, Tusculanae disputationes –


Siegerin über das Schicksal ist die philosophische Weisheit.
– Juvenal, Saturae –


Weise ist der Mensch, der den Dingen nicht nachtrauert, die er nicht besitzt, sondern sich der Dinge erfreut, die er hat.
– Epiktet –


Auf die Absicht aller Dinge, nicht auf den Erfolg blickt der Weise.
– Seneca –


Der Weise sucht, was in ihm ist, der Tor was außerhalb.
– Konfuzius –


Gesunder Menschenverstand in ungewöhnlichem Maße ist das, was die Welt Weisheit nennt.
– Samuel Coleridge –


Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten. Ob ein Mensch weise ist, erkennt man an seinen Fragen.
– Nagib Mahfuz –


Der Weise wird vom Ehrgeiz durch den Ehrgeiz geheilt.
– Jean de La Bruyère –


Die Freundschaft, welche Weisheit nicht knüpfte, kann Torheit nicht auflösen.
– William Shakespeare –


Der Durchschnittsmensch lebt in der Vergangenheit, der Weise lebt in der Ewigkeit des Jetzt.
– Peter Horton –


Ein Weiser hält es für besser, sich nicht in einen Kampf einzulassen, als ihn zu gewinnen.
– La Rochefoucauld –


Der Weise kümmert sich nicht um das, was er nicht haben kann.
– chin. Sprichwort –


Kein Weiser hat sich je gewünscht, jünger zu sein.
– Jonathan Swift –


Weisheit ist immer ein Segen, Bildung manchmal ein Fluch.
– John A. Shedd –


Nichts ähnelt einem Weisen mehr als ein Narr, der den Mund hält.
– Franz von Sales –


Der Weise spricht,
Der Kluge redet,
Der Dumme schwatzt.
– Lisa Wenger –


Nichts bereuen ist aller Weisheit Anfang.
– Ludwig Börne –

Die Toren wissen gewöhnlich das am besten, was der Weise zweifelt, jemals in Erfahrung zu bringen.
– Marie von Ebner-Eschenbach –


Der Weise teilt, was ihm zuteil wird, so, dass der Verlust ihn nicht mehr treffen kann.
– Hellmut Walters –


Nur die Menschen, die für die Weisheit Zeit haben, sind frei von Unruhe. Sie allein leben.
– Seneca –


Auch hält sich der Weise selbst nicht für unwürdig, Geschenke des Schicksals zu erhalten. Er liebt den Reichtum nicht, sondern er bevorzugt ihn; er gesteht ihm keinen Platz in seinem Herzen zu, sondern in seinem Haus; er lehnt den Reichtum, den er hat, nicht ab, sondern behält ihn, um mehr Mittel für die Ausübung seiner Tugend zu haben.
– Seneca, Vom glückseligen Leben 21.4 –


Glaubst du, der Weise werde von Übeln bedrängt? Er nutzt sie. Phidias verstand nicht nur, aus Elfenbein, sondern auch aus Bronze Statuen anzufertigen. Wenn man ihm Marmor oder ein noch minderwertigeres Material gegeben hätte, hätte er auch daraus die beste Statue gemacht, die man nur daraus machen kann. So wird der Weise im Reichtum seine Tugend beweisen, wenn es ihm möglich ist, andernfalls in Armut; wenn er kann, zu Haus, andernfalls im Exil; wenn er kann, als Feldherr, andernfalls als Soldat; wenn er kann, bei guter Gesundheit, andernfalls geschwächt. Welches Schicksal ihm auch widerfahren mag, er wird daraus etwas Bemerkenswertes machen.
– Seneca, Briefe an Lucilius 85.39 –


Der Weise gewöhnt sich an zukünftige Übel: Was anderen Menschen durch langes Erdulden erträglich wird, macht er sich durch langes nachdenken erträglich.
– Seneca, Briefe an Lucilius 76.35 –


 

Weg Wald

Weg


Wenn du auf dem Pfad der Vernunft voranschreitest, werden dir die Menschen im Wege stehen.
– Mark Aurel –


Und ist der Schüler nicht wenigstens die Hälfte seines Weges alleine gegangen, so hat er nichts gelernt.
– Sokrates –


Fürchte dich nicht, langsam zu gehen!
Fürchte dich nur, stehenzubleiben.
– chin. Spruch –


Von allen, die den weiten Weg gemacht,
hat keiner eine Nachricht hergebracht.
So lass nichts zurück in dieser Welt,
du kehrst nicht wieder, wenn du dich aufgemacht.
– Rubaijat –


Immer wandle den kürzesten Weg, den du zu gehen hast! Er ist der natürliche. Man folgt da dem Reden und Tun nur der gesunden Vernunft. Du wirst dich auf diese Weise von mancher Sorge und von manchem Ballast befreien.
– Mark Aurel / Selbstbetrachtungen –


Wer viele Wege verfolgt, kennt sein Ziel nicht.
– Sententiae Varronis –


Nirgends kommt hin, wer allen Pfaden folgt, die er sieht.
– Sententiae Varronis –


Ausgetretene Pfade sind sicherer, aber es sind Sklaven, die sie gehen.
– Pubilius Syrus –


Entweder ich finde den Weg oder ich bahne ihn mir.
– Seneca, Herculesfurens –


Wir müssen auf dem von der Natur vorgeschriebenen Weg bleiben und dürfen nicht von ihm abweichen: Wer ihr folgt, dem ist alles leicht und bequem; wer sich ihr widersetzt, führt ein Leben wie einer, der gegen die Strömung anrudert.
– Seneca –


Lang ist der Weg über Belehrungen, kurz und wirksam über Beispiele.
– Seneca –


Die für sich den Pfad nicht kennen, zeigen anderen den Weg.
– Cicero, De divinatione –


Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: Durch Nachdenken, das ist der edelste. Durch Nachahmen, das ist der leichteste. Und durch Erfahrung, das ist der bitterste.
– Konfuzius –


Wer aufrecht seinen Weg sucht, stets seinem Gewissen verantwortlich, dem dürfen wir unsere Achtung nicht versagen, er mag mit uns oder gegen uns gehen.
– Robert Bosch –


Die ersten Schritte sind wertlos, wenn der Weg nicht zu ende gegangen wird.
– Shankara –


Nach innen geht der geheimnisvolle Weg; in uns oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.
– Novalis –


Unbeirrt seinen Weg gehen heißt, sich fortwährend ändern.
– Herbert Eisenreich –


In jedem Lebensweg ist mindestens eine Umleitung.
– Horst Friedrich –


Wer zu sich selber finden will, darf andere nicht nach dem Weg fragen.
– Peter Tille –