Schlagwortarchiv für: Seneca

Zwerg

Zwerg


Ein Zwerg wird nicht größer, auch wenn er sich auf einen Berg stellt.
 – Seneca –


 

Zweck


Achte bei allem auf den Zweck, und du wirst überflüssiges bleiben lassen.
 – Seneca – 


 

Zurückziehen


Da suchen die Menschen Stätten um sich zurückzuziehen:
Aufenthalte auf dem Lande, an der See, im Gebirge. Und auch du pflegst dich am meisten nach solchen Stätten zu sehnen. Und doch ist all solches Verlangen in höchstem Grade kindisch, während es doch möglich ist, sich zu jeder Stunde, wenn man will, in sich selbst zurückzuziehen. Denn der Mensch zieht sich nach keiner anderen Stätte zu größerer Ruhe und Ungestörtheit zurück als in seine eigene Seele, vor allem derjenige, der in sich einen solchen Seelengrund hat, wenn er in ihn untertaucht, sich alsbald in vollendeter Ruhe befindet. Unter „Ruhe“ aber verstehe ich nichts anderes als vollendete Harmonie. Suche dir daher ständig diese Zuflucht und erneuere dich selbst. Es soll aber kurz und grundlegend sein was dir im gegebenen Falle sofort einfallen und genügen wird, umd den ganzen Hofstaat von dir abzusperren und dich zu geleiten, ohne dass du über das grollst, zu dem du zurückkehrst.
– Mark Aurel –

Zieh dich, soweit du kannst, in dich selbst zurück.
– Seneca –

Ziel

Ziel


Der Ziellose erleidet sein Schicksal – der Zielbewusste gestaltet es.
 – Immanuel Kant –


Wer viele Wege verfolgt, kennt sein Ziel nicht.
 – Sententiae Varronis – 


Überlege dir genau, was die vor dir liegende Aufgabe ist und denke daran, dass es dein Ziel ist, ein guter Mensch zu sein.
– Mark Aurel –


Dreh dich nicht um wenn du kurz vor dem Ziel bist.
– Publilius Syrus –


Nicht jeder der rennt, hat ein Ziel.
– Peter Horton –


Wenn ein Geist auf ein Ziel gerichtet ist, kommt ihm vieles entgegen.
– Hans Carossa –


Die Vorfreude ist oft größer als die Freude, wenn man sein Ziel erreicht hat, und die Erfüllung fast aller Wünsche wird als Enttäuschung empfunden.
– Johnson, The Rambler Ausg. 71 –


Wir müssen uns das höchste Gut als Ziel setzen, das wir anstreben und an dem sich all unsere Taten und Worte orientieren sollen – so wie Seeleute ihren Kurs nach einer Sternenkonstellation festlegen müssen.
– Seneca, Briefe an Lucilius 95.45 –


 

Uhr

Zeit


Stell dir Zeit und Raum ständig als Ganzes vor, und jede einzelne Sache, die räumlich betrachtet ein winziger Samen, zeitlich betrachtet die bloße Drehung einer Schraube ist.
– Mark Aurel –


Die Lebensspanne ist dieselbe, ob man sie lachend oder weinend verbringt.
– japan. Spruch –


Sobald man davon spricht, was im nächsten Jahr geschehen wird, lacht der Teufel.
– japan. Spruch –

 

Wenn wir nicht mehr sind, das Rad wird sich drehen,
Wenn unser Spuren in der Zeit verwehen.
Einst waren wir nicht, was hat`s uns ausgemacht?
Wenn wir nicht mehr sind, es wird weitergehen.
– Rubaijat –


Ein Strom des Werdens, in dem eins das andere jagt, ist die Zeit. Denn ein jegliches Ding – verschlungen ist`s, kaum da es aufgetaucht. Aber kaum ist das eine dahin, trägt die Woge schon wieder ein anderes her. Doch auch dieses wird weggeschwemmt.
– Mark Aurel / Selbstbetrachtungen –


Denke recht oft daran, wie alles, was ist und was geschieht, so schnell wieder hinweggeführt wird und entschlüpft. Die ganze Materie ist ein ewig bewegter Strom, alles Gewirkte und alles Wirkende ein tausendfacher Wechsel, eine Kette ewiger Verwandlungen. Nichts steht fest. Vorwärts und rückwärts eine Unendlichkeit, in der alles verschwindet. Wie töricht also jeder, der mit irgendetwas groß tut, oder von irgendeiner Sache sich hin- und herreißen lässt oder darüber jammert, als ob der Kummer nicht nur kurze Zeit währte.
– Mark Aurel / Selbstbetrachtungen –


Die Jahre gehen dahin wie fließendes Wasser. Die Welle, die vorübergezogen ist, lässt sich nicht wieder zurückrufen, doch kann die stunde wiederkehren, die vergangen ist: Man muss seine Zeit nützen. Mit raschem Fuß gleitet das Leben vorbei.
– Ovidius, Ars amatoria –


So verändert die dahinrollende Zeit die Dinge: Was hoch geschätzt wurde, verliert schließlich völlig an Wert.
– Lucretius, De rerum natura –


Wie eine Welle von der anderen getrieben wird und eine selbst bedrängt ankommend die vorherige bedrängt, fliehen und folgen einander die Zeiten und sind immer neu; denn was zuvor war, bleibt zurück, und es wird, was nicht war, und jeder Augenblick erneuert sich.
– Ovidius, Metamorphosis –


Was die Vernunft nicht zu heilen vermag, hat oft die Zeit geheilt.
– Seneca, Agamemno –


Wir haben nicht zu wenig Zeit, sondern wir vergeuden zu viel.
– Seneca –


Es gibt keinen Schmerz, den die Länge der Zeit nicht verringerte und linderte.
– Cicero, Epistulae ad familiares –


Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
– Gellius, Noctes Atticae –

Die meisten Menschen haben ebenso wenig freie Zeit, wie sie einen freien Willen haben.
– Walter Hueck –


Wenn man die Gesamtheit der Zeit betrachtet, besteht praktisch kein Unterschied zwischen dem kürzesten und dem längsten Leben – wenn man, nachdem man die Dauern überprüft hat, die Zeit, die jeder gelebt hat, mit der Zeit vergleicht, die er nicht gelebt hat.
– Seneca, Trostschrift an Marcia 21.3 –


Wenn ein gefestigter Geist weiß, dass es keinen Unterschied zwischen einem Tag und einem Jahrhundert gibt, dann kann er von einer höheren Warte aus auf die kommenden Tage und Ereignisse blicken und lachen, während er über die Abfolge der Zeit nachdenkt.
– Seneca, Briefe an Lucilius, 101.9 –


Menschen sind knauserig, wenn es darum geht, ihr Vermögen zu schützen, aber verschwenderisch mit ihrer Zeit – der einzigen Sache, bei der es richtig ist, geizig zu sein.
– Seneca, Von der Kürze des Lebens 3.1 –


Wenn jeder von uns die Zahl seiner zukünftigen Jahre wüsste, wie es bei den vergangenen Jahren der Fall ist, wie beunruhigt und wie sparsam mit unserer Zeit wären wir, wenn wir nur noch wenige davon vor uns sähen!
– Seneca, Von der Kürze des Lebens 8.3 –


 

Wut


Die unangenehme Situation, die die Wut auslöst, geht erstens ja nur auf
unsere subjektive Einschätzung zurück. Da sie sich als äußeres Ereignis zweitens fast immer außerhalb unseres Machtbereichs befindet, ist sie für uns gleichgültig oder nicht relevant.
– Gesund leben mit den Stoizismus –


Vergiss nicht, wenn du wütend bist, nichts zu tun oder zu sagen, bevor du dir das Alphabet aufgesagt hast.
– Plutarch –


Die Folgen von Wut und Trauer sind weitaus schädlicher als die Umstände, die sie in uns hervorriefen.
– Mark Aurel –


Handle nie in Wut. Es bedeutet, im Sturm in See stechen.
– Thomas Fuller –


Große Wut endet im Wahnsinn, und deshalb ist die Wut zu vermeiden – nicht um der Mäßigung willen, sondern um der geistigen Gesundheit willen.
– Seneca, Briefe an Lucilius 18.15 –


 

Wünsche chinesisch

Wünsche


Die Menschen glauben gern das, was sie sich wünschen.
– Caesar, de bello Gallico –


Am meisten besitzt, wer am wenigsten begehrt; wer die geringsten Wünsche hat, der hat so viel, wie er wünscht.
– Apuleius, Apologia –

 

Wünsche nicht zu sein, was du nicht bist. Steh zu dem, was du bist.
– Gualteros Anglicus, Anonymus Neveleti –


Wenn du nach der Natur lebst, wirst du nie arm, wenn nach Wunschbildern, nie reich.
– Epikuros bei Seneca –


Der Wunsch, klug und tüchtig zu erscheinen, hindert uns oft, es zu werden.
– La Rochefoucauld –


Ich habe nie den Wunsch gehabt, beim Volk gut anzukommen; denn worauf ich mich verstehe, das billigt es nicht, und was es billigt, darauf verstehe ich mich nicht.
– Epikur, zitiert in Seneca, Briefe an Lucilius 29.10 –


 

Worte

Worte


Der edle Mensch vermeidet es, dass seine Worte stärker sind als seine Taten.
– Konfuzius –


Ich geh dahin und lass die Welt zurück im Streit,
und hatt von hundert Perlen doch kaum eine aufgereiht.
Unausgesprochen blieb so manches tiefe Wort,
weil´s doch niemals verstanden hätte, meine Zeit.
– Omar Chayyam –


Wörter und Sätze sind lediglich Gefäße zur Übermittlung des Weges. Weit davon entfernt, die Absicht der Alten zu erkennen, suchen die Leute nur in ihren Worten;
Was können sie dadurch schon begreifen? Hast du nicht gelesen, was ein Alter sagte:“ Ursprünglich ist der Weg wortlos; mit Worten veranschaulichen wir den Weg. Sobald du den Weg siehst, sind die Worte sofort vergessen.“
Um dahin zu gelangen, musst du zuerst zu deinem ursprünglichen Zustand zurückkehren…
– Niederschrift vom blaugrünen Fels –


Schneidest du den Pfad der Sprache ab, bist du jenseits von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
– Sengcan, Sosan, 526-606 –


Die meisten Gedanken erhalten erst durch längere Erwägung Kraft und Gewicht, und wie das Schwert in den Körper, so dringt das Wort eher in die Seele durch ständiges Nachdrücken als durch einen kurzen Stoß.
– Plinius, Epistulae –


Unsere Worte sollen nicht unterhaltsam, sondern nützlich sein.
– Seneca –


Große Bewunderung ruft nicht Worte hervor, sondern Schweigen.
– Gellius, Noctes Atticae –


Das Bild des Geistes spiegelt sich meist in den Worten.
– Ambrosius, De officiis –


Wo man in Feierlaune ist, vergeude deine Worte nicht! Stell dich nicht zur Unzeit als Weisen dar.
– Vulgata, Liber eccelsiasticus –


Oft findet dieselbe Sache Zustimmung oder Ablehnung, je nachdem, mit welchen Worten sie vorgetragen wird.
Cicero, Orator –


Kämpfe gegen Schwätzer nicht mit Worten: Die Sprache ist vielen gegeben, Vernunft nur wenigen.
– Disticha catonis –


Der Wert eines nicht gesprochenen Wortes ist unschätzbar.
– Publilius Syrus –


Mach deine Worte durch Taten glaubhaft.
– Seneca –


Dem Weisen sind wenige Worte genug.
– Wander –


Im Streit mit Wortreichen enthalte dich der Worte: Sprache ist allen gegeben, verständiges Urteil nur wenigen.
– Catonis disticha –


Die bittersten Worte, die Menschen einander sagen, wirken selten so entzweiend wie die unausgesprochenen, die der eine vom anderen vergeblich erwartet.
– Hans Carossa –


Das Wort verwundet leichter als es heilt.
– Johann Wolfgang von Goethe –


Je mehr und je tiefer ein Mensch denkt, desto sparsamer wird er in seinen Worten.
– Heinrich Pestalozzi –


 

Wolle

Wolle


Wolle nimmt bestimmte Farben sofort an, während sie andere nicht aufsaugt, es sei denn, sie wurde wiederholt darin eingeweicht und gekocht. In gleicher Weise gibt es andere Lehren, die unser Verstand, wenn er sie einmal verstanden hat, sofort in die Praxis umsetzen kann. Aber diese Lehre, von der ich spreche, erfüllt ihre Versprechen nicht, wenn sie nicht tief eingedrungen ist, sich über lange Zeit festsetzt und den Verstand nur äußerlich tönt, sondern durchtränkt und färbt.
– Seneca, Briefe an Lucilius 71.31 –


 

Wohltat


Wer seine Wohltat in Erinnerung ruft, fordert sie zurück.
– Publilius Syrus –


Wir schätzen nichts mehr wert als eine Wohltat, solange wir uns nach ihr sehnen, und nichts geringer, sobald wir sie erhalten haben.
– Seneca, Briefe an Lucilius 81.28 –